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No.309 – Ich helfe, ohne zu drängen.

Ulrike Bischof "Touching the Essence" - Coaching, Stimmarbeit, Weg des Herzens www.ulrikebischof.de


Ich helfe, ohne zu drängen.

Wenn wir anderen helfen, dann meinen wir es gut mit ihnen. Wir wollen möglichst schnell positive Ergebnisse sehen. Wir wollen, dass sie ihr Bestes geben. Und im Eifer der Hilfsbereitschaft schießen wir vielleicht etwas über das Ziel hinaus. Wir bedenken vielleicht nicht, dass dieser Mensch sein eigenes Tempo hat. Wir berücksichtigen vielleicht nicht, dass er eventuell nicht verstehen kann, was für uns sonnenklar ist. Wir vergessen vielleicht, dass wir seinen Weg nicht kennen und unser Wille hier nicht viel zählt. Wahre Hilfe ist Hilfe zur Selbsthilfe. Wirkliche Hilfe ist Hilfe zur Selbsterkenntnis. In dem Tempo, das der Mensch braucht. Mit der Unterstützung, die er bereit ist, anzunehmen. In dem Kontext, der sich für ihn richtig anfühlt. Zu dem Zeitpunkt, der sein Zeitpunkt ist.
Wenn du den Impuls zum Helfen hast, dann überlege dir kurz, ob du wirklich helfen oder eher missionieren willst. Biete deine Hilfe an ohne sie aufzudrängen. Akzeptiere, wenn dieser Mensch Zeit braucht, um deine Hilfe annehmen zu können oder mach deinen Frieden damit, wenn er sie nicht haben möchte. Nimm ihm nicht alles ab, sondern hilf ihm, sich selbst zu helfen. Biete ihm die Art von Hilfe, die ihn dort abholt, wo er im Moment ist. Gleichgültig, ob es sich um Lachen oder Weinen, Singen oder Tanzen, Laufen oder Liegen handelt. Sprich seine Sprache. Hab Geduld und viel Liebe!

2 Kommentare zu No.309 – Ich helfe, ohne zu drängen.

  1. Liebe Anita,
    Ich verstehe dich sehr gut. Ich denke, jeder kennt diese Situation. Doch Missionieren hat noch nie jemandem geholfen. Es gibt einige Punkte, die dir hier vielleicht helfen können.
    1. Mach dir bewusst, dass jeder Mensch in seiner eigenen Weisheit lebt, in seiner momentanen Schwingungsebene bewusst ist und alles tut, was er kann. Wenn du der Meinung bist, dass dies oder jenes besser für ihn wäre oder schneller gehen müsste, dann mag es dir vielleicht so erscheinen und doch kann es sein, dass dieser Jemand dafür einfach noch nicht bereit ist (mental, emotional oder geistig) oder die Zeit noch nicht reif. Und es spielt keine Rolle, ob du bereit bist oder ob du es verstehst, denn er muss bereit sein. Mach dir bewusst, dass du nicht schlauer bist, sondern auf einem anderen Weg oder einer anderen Teilstrecke unterwegs, mit einem anderen Bewusstsein. Und würdige alle anderen Schritte, die dieser Mensch auf seine Weise tut.
    2. Überprüfe genau, was die wahre Absicht hinter deinen Missionierungsimpulsen ist. Willst du wirklich ganz im Sinne des anderen wirken oder geht es dir (vielleicht auch nur ein kleines bisschen) darum, dass es dadurch für dich etwas leichter und angenehmer wird.
    3. Schau auf alles und jeden mit liebenden Augen, gib deine Bewertungen und Erwartungen auf und deine Missionierungsimpulse werden sich in Luft auslösen, weil du die Perfektion in allem erkennst und zu schätzen beginnst. Gerade dieser Punkt ist einer wichtigsten!
    4. Lerne, alles was anders ist als du, von Herzen zu akzeptieren. Als weiteren Ausdruck Gottes. Als weiteren Aspekt des Lebens. Als weiteren Aspekt, den du vielleicht sogar auch in dir noch etwas mehr verankern könntest. Gerade wenn du es so sehr ablehnst oder es dich so sehr aufregt – schau, wo es in dir noch Entfaltungspotenzial dafür gibt.
    5. Mach dir bewusst, wofür du dankbar sein kannst und welche Vorteile bestimmte Eigenarten anderer mit sich bringen. Verlagere deinen Fokus auf das, was dir gefällt, wofür du dankbar bist, worauf du stolz bist, was du liebst. Und verstärke diese Dinge, indem du ihnen Aufmerksamkeit schenkst. Durch dein bewusstes Wahrnehmen und durch Dankbarkeit, aber auch durch Lob und Anerkennung.
    6. Wisse in der Tiefe deiner Seele, dass du nur für dich selbst zuständig bist und dass du alles, was du in dir selbst erlöst auch für alle anderen erlöst. Bleib immer bei dir. Mit deiner bewussten Wahrnehmung, mit deiner Verantwortung und mit deiner Bereitschaft.
    7. Helfen ohne zu drängen bedeutet nicht, nicht auch mal ein Machtwort zu sprechen, nicht auch mal mit der Faust auf den Tisch zu hauen und einen liebenden Tritt zu verteilen. Doch dann lass den anderen entscheiden, ob er das Donnerwetter sinnvoll nutzt und den Tritt als Antrieb nutzt oder nicht.

    Vielleicht können diese sieben Punkte dir helfen, aus deinem Gärprozess einen guten Wein entstehen zu lassen. Wenn du sie wahrhaft verinnerlichst, habe ich keinen Zweifel daran.

    Liebe Grüße von Herzen, Ulrike

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  2. OH! Diesen Text muß ich mir in großer Schrift auf A3 ausdrucken und überall hinhängen! Genau das ist eines meiner großen Lernthemen. Nur: was mache ich mit den heftigen „Missionierungs“-impulsen in mir? Jetzt zum Bsp. „halte ich“ sie schon mehrere Wochen zurück, versuche mich wirklich aus der Situation herauszuhalten… aber es „gärt“ in mir. Wohin damit?
    Versuche die Energie in andere Dinge zu leiten, aber es schwappt dennoch immer wieder hervor: der Drang reinzureden.
    ich bin für Tipps sehr dankbar.

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