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Weg oder Ziel


Lassen wir es einmal dahin gestellt, dass unser Sein unendlich und allumfassend ist. Unser jetziges Leben in diesem Körper hat in unserer Erfahrungswelt einen Beginn, einen Verlauf und ein Ende. Es liegt in unserem Wesen, in dieser Lebenszeit etwas erreichen zu wollen, Was dies ist, das ist bei Jedem anders. Nicht Jeder möchte etwas für die Nachwelt erschaffen. Aber doch möchten wir alle eine gewisse Befriedigung aus unserem Leben ziehen. Das Gefühl, dieses Leben mit Sinn, Inhalt und Reichtum zu füllen.

Nun liegt es nahe, eben aus diesem Grund und meist ganz unbewusst eben diesen Zielen (und das können ganz kleine und ganz große sein) so viel Aufmerksamkeit zu geben, dass wir vergessen, den Weg dahin als wertvoll zu erachten. Ich weiß, es gibt unzählige spirituelle und althergebrachte Sprichwörter, die sich diesem Thema widmen. Das bekannteste ist wohl: „Der Weg ist das Ziel.“ Wir kennen es alle und wir wissen alle, was gemeint ist. Doch diesen Satz, diese Aussage und Wahrheit wirklich zu durchdringen, wirklich zu verstehen und vor allem zu leben, ist nochmal etwas anderes.

Mit der Vorstellung des Erreichens eines Zieles verbinden wir Wohlgefühle wie Zufriedenheit, Stolz und Erfolg. Mit der Erfüllung unserer Wünsche erhoffen wir uns Sicherheit, Geborgenheit und Anerkennung. Und bei dem Verfolgen unserer persönlichen Ziele und Vorhaben geht es uns letztendlich immer um das Streben nach diesen inneren Zuständen. Das Fatale dabei ist, dass wir dieses innere Erleben nicht durch äußere Anstrengungen erreichen können. Und so machen wir immer wieder die Erfahrung, niemals wirklich anzukommen.

Weil ein Ankommen nicht möglich ist. Weil das Leben Bewegung, Veränderung und Fließen ist. Weil Ankommen Stillstand bedeuten würde. Weil es nicht um Sicherheit geht, sondern um  Loslassen. Weil es nicht um Erfolg geht, sondern um innere Zufriedenheit. Weil es nicht um äußere Geborgenheit geht, sondern um Vertrauen. Und so machen wir letztendlich immer wieder die Erfahrung, dass wir niemals ankommen. Vielleicht weil wir gar nicht so genau wissen, was wir wollen oder weil sich unsere Wünsche wieder ändern oder oder oder. Und selbst wenn wir unser einstmals gesetztes äußeres Ziel erreichen, werden wir merken, dass dies kein Garant für Zufriedenheit ist, aus dem einfachen Grund, weil unser inneres unbefriedigtes Verlangen auf diese Weise nicht gestillt werden kann. Unser Verlangen ist uns immer eine Nasenlänge voraus.

Der-Weg-und-das-Ziel

Was uns bleibt…
ist einzig und allein die Freude am Weg, das Fallenlassen in den Moment und das Wahrnehmen und Genießen der Geschenke des Lebens, so wie sie uns zuteil werden. Das ist wahrhafte Hingabe an das Leben. Und wenn wir es unser Ziel sein lassen, den jeweiligen Moment mit Aufmerksamkeit zu huldigen statt ihn vor lauter Zielorientiertheit kaum wahrzunehmen oder gar abzulehnen, weil er noch nicht das Endziel verkörpert, dann können wir ein sehr reiches und sehr erfülltes Leben führen.

Das einzige, das wir dafür benötigen, ist die Bereitschaft…
– unser Verlangen nach Sicherheit loszulassen
– darauf zu vertrauen, dass Gott es gut mit uns meint
– dass uns alles gegeben wird, was wir für dieses Leben brauchen
– dem Weg unserer Seele zu folgen statt dem Ruf der Welt
– in Hingabe ein für das Ego vielleicht bedeutungsloses Leben zu führen
– uns selbst so sehr zu lieben, dass wir nichts, aber auch gar nichts tun müssen, um uns die Liebe und Anerkennung Anderer mit irgendetwas verdienen zu müssen

Also, ihr seht, ganz einfach 😉

Bitte versteht mich jetzt nicht falsch. Ich will nicht sagen, dass wir im Leben keine Ziele verfolgen sollten, im Gegenteil. Doch ich will euch ans Herz legen, während dem Verfolgen eurer persönlichen Ziele jeden universellen Moment ( jeden einzelnen Schritt, jede einzelne Sekunde, jeden Umweg, jeden Ausblick, jede Stolperfalle, jede Blume am Wegesrand, jede Begegnung, kurz JEDEN MOMENT) als euer Leben zu achten und zu genießen.

Wir können in jedem Moment ankommen – in der Mitte unseres Lebens.

In diesem Sinne ein genussvolles Leben,

Ulrike

3 Kommentare zu Weg oder Ziel

  1. …ja, das sehe ich auch so. Mein alltäglicher Wunsch ist es, wirklich Frieden im Herzen zu haben. Das ersetzt kein äußeres Ziel & lässt mich leichter Höhen & Tiefen meistern. Liebe Grüße von Kristin

    Gefällt 1 Person

  2. Michael Schmieder , Merschwitzer Str.2 ,01558 Großenhain // 10. August 2015 um 15:35 // Antwort

    Hallo liebe Ulrike, danke auch auf diesem Wege für deinen schönen Beitrag “ Weg oder Ziel „.
    Ich lese schon einige Wochen Deine Beiträge und bin immer begeistert wie Du es auf den Punkt bringst.
    Wenn es doch alle Menschen lesen würden !!!
    Mach bitte weiter so, viele liebe Grüße von Michael

    Gefällt 1 Person

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