Die neuesten Inspirationen

Wenn mich eine Beziehung frustriert…


Wenn Menschen in meine Beratung kommen, gibt es einige Fragen, die immer wieder in der einen oder anderen Form auftauchen. Einige davon möchte ich hier in diesem Rahmen aufgreifen und ein paar Worte dazu schreiben. Ich denke, diese Fragen sind uns allen bekannt und in verschiedenen Lebenssituationen auch schon begegnet.

Heute möchte ich mich folgender Frage widmen:

Es gibt eine Beziehung in meinem Leben (Partner, Eltern, Kinder, Freunde, Kollegen, Chef usw.), in der ich immer wieder enttäuscht werde. Ich habe das Gefühl, dieser Mensch wird sich nie ändern. Ich bin immer wieder nur enttäuscht und fühle eine Resignation in mir aufsteigen. Ich habe keine Lust mehr darauf. Doch ich weiß, ich muss mich damit auseinander setzen. Und wie kann ich mit dieser Resignation umgehen?

männlein1Zunächst einmal ist es absolut menschlich, dass sich Ärger, Frustration und Resignation breit machen in einer Situation, die festgefahren und unabänderlich erscheint. Doch wenn wir dazu neigen (und im allgemeinen tut das die menschliche Spezies), unser Glück und unsere Zufriedenheit in Beziehungen davon abhängig zu machen, wie sehr der andere Mensch unsere Bedürfnisse achtet und erfüllt, können wir nur enttäuscht werden. Natürlich brauchen wir in einer Beziehung ein grundlegend förderliches Klima, damit sie gut gedeihen kann. Doch jede Beziehung bietet uns auch Potenzial, zu lernen. Nur müssen wir auch lernwillig sein.

Auch in einer Beziehung, die uns frustriert, haben wir etwas zu lernen, und sei es nur, den Mund aufzumachen.
Natürlich hat auch unser Gegenüber etwas zu lernen und zu erkennen. Doch das ist seine Aufgabe, das hat er selbst zu erkennen und sich dafür zu öffnen. Und wenn wir nicht aufmerksam sind, geht es schnell, dass wir uns von uns selbst entfernen und unsere eigene Lektion verpassen.
Im Fall oben genannter Frage ist es wichtig, dass wir hinterfragen, warum wir enttäuscht sind und resignieren. Welcher Bereich in uns ist es, der enttäuscht ist? Welche Worte wollen mal ausgesprochen werden? Welcher Teil in uns ist es, der Zuwendung und Verständnis braucht? Können wir diese Zuwendung uns auch selbst geben? Und bevor ihr jetzt laut ruft, das würdet ihr bereits machen, überprüft euch noch einmal ganz genau und vollkommen ehrlich, ob das wirklich stimmt.
Die Erwartungen und Ängste, die in einer solchen Situation im Raum stehen sind so mannigfaltig wie es Menschen gibt. Mühsam, sie aufzuzählen. Sicher aber ist eins: wir haben etwas zu erkennen.

männlein2Vielleicht müssen wir unsere Prioritäten im Leben überprüfen. Vielleicht müssen wir uns selbst erst richtig kennen lernen. Vielleicht haben wir Angst, uns etwas Neuem zuzuwenden. Vielleicht haben wir Angst, für uns selbst einzustehen. Vielleicht müssen wir etwas demütiger werden. Vielleicht müssen wir zunächst das Geben lernen. Vielleicht sollten wir unser Herz noch weiter öffnen. Vielleicht sollten wir unseren Fokus überprüfen…

Es ist sehr weit verbreitet, dass der Fokus eines Menschen auf dem Negativen liegt. Dieses klappt nicht und jenes ist nicht nach meinen Vorstellungen. Hier wurde nicht genug Rücksicht auf mich genommen und dort wurden meine Erwartungen missachtet (die ich vielleicht niemals äußerte).
Und dann dauert es nicht lang, Enttäuschung und Resignation machen sich breit und wir sagen von dem Anderen: Er wird sich niemals ändern…
Doch dazu stellen sich sofort zwei Fragen.
Erstens: Können wir das überhaupt wissen? Und welche Chance geben wir ihm, wenn wir dieses Urteil über ihn sprechen?
Und zweitens: Woher wollen wir wissen, dass er sich überhaupt ändern muss? Vielleicht sind wir derjenige, der sich ändern muss ( unseren Blickwinkel, unsere Liebesfähigkeit, unser Verständnis, unsere Geduld, unser Leben).

Selbst, wenn es für diese Beziehung in unserem Leben im Moment oder auch für immer nur die Lösung gibt, verschiedener Wege zu gehen, sollten wir einen Menschen niemals aufgeben. Wir sollten jedem Menschen das Beste wünschen und das Höchste zutrauen. Und es liegt ein großer Unterschied darin, ob wir das von ihm erwarten oder wir es ihm zutrauen. Womit wir wieder bei unserem Fokus wären. Ihr wisst, die Energie ist dort, wo unsere Aufmerksamkeit ist.
Legen wir unsere Aufmerksamkeit darauf, was wir nicht wollen oder darauf, was möglich ist? Wenn wir einem Menschen das Höchste zutrauen, unterstützen wir ihn in der Möglichkeit, das Höchste aus sich herauszuholen was möglich ist, ohne ihn damit unter Druck zu setzen. Das ist ein sehr großes Geschenk, das wir diesem Menschen machen können. Auch für uns selbst ist es ein großes Geschenk, denn wenn wir nach einer Bestandsaufnahme dieser Beziehung immer noch dabei bleiben wollen, ist unter diesen Voraussetzungen keine Resignation mehr möglich, sondern jede Menge Erkenntnisse, neue Gemeinsamkeiten und vor allem ein weit größeres Verständnis und Mitgefühl mit dem Anderen und mit uns selbst.

männlein3Letzten Endes ist unser Glück davon abhängig, wie sehr wir uns selbst lieben und wie unabhängig wir davon sind, wie die andere Person ist.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: